Ganzkörper-EMS-Training ist eine nachweislich effektive Trainingsmethode, die jedoch nur bei fachgerechter Anwendung sicher ist. Deshalb darf EMS-Training in Deutschland ausschließlich unter Aufsicht von zertifizierten Fachkräften stattfinden. Die rechtliche Grundlage dafür bildet die Fachkunde EMF-Stimulation nach NiSV (Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen).
Warum ist die Fachkunde so wichtig?
Die Fachkunde stellt sicher, dass Trainer elektrische Impulse sachgerecht anwenden, Risiken vermeiden und Kunden individuell betreuen können. Falsch angewendete Impulse können zu Muskelüberlastungen, Kreislaufproblemen oder in Extremfällen zu Rhabdomyolyse führen. Nur wer die Fachkunde besitzt, darf in Deutschland gewerblich EMS-Training anbieten.
Was beinhaltet die Fachkunde EMF-Stimulation?
Laut NiSV müssen Trainer für EMF-Stimulation folgende Lerninhalte nachweisen:
- Physiologische Grundlagen der Elektromyostimulation
- Sicherheitsregeln, Gerätekunde und Stromparameter
- Erkennen von Kontraindikationen
- Belastungssteuerung, Trainingsplanung und Notfallmanagement
- Hygiene, Dokumentation und rechtliche Pflichten
Die Fachkunde Ausbildung schließt mit einer schriftlichen und praktischen Prüfung ab. Erst nach erfolgreicher Zertifizierung darf ein Trainer EMS-Anwendungen rechtlich sicher durchführen.
Welche Voraussetzungen gelten für Trainer?
Um an der Fachkundeschulung teilnehmen zu können, ist eine anerkannte Grundqualifikation erforderlich, z. B.:
- Fitnesstrainer C-Lizenz oder höher
- Sportwissenschaftliches Studium
- Physiotherapeut oder Arzt
Erst mit einer dieser Grundqualifikationen kann die Fachkunde EMF-Stimulation absolviert werden.
Wo kann man die Fachkunde erwerben?
In Deutschland gibt es zwei anerkannte Institute mit staatlich geprüften Lehrgängen:
- BSA-Akademie – bietet die Fachkunde EMF-Stimulation als Präsenz- und Onlinekurs an.
- GluckerKolleg – spezialisiert auf praxisnahe EMS-Trainerausbildung mit direkter Geräteanwendung.
Beide Institute sind vom Bundesamt für Strahlenschutz anerkannt und vermitteln die Inhalte gemäß Anlage 3 der NiSV.
EMS-Training ist kein Heimtraining
In sozialen Medien kursieren zunehmend EMS-Heimtrainingsgeräte und App-gesteuerte Systeme, die angeblich ein professionelles Studio ersetzen sollen. Diese Angebote sind nicht mit dem professionellen EMS-Training nach NiSV vergleichbar und bergen erhebliche Sicherheitsrisiken, da Sie unreguliert und ohne Betreuung stattfinden.
Jeder Trainer, der EMS in Deutschland anbietet, muss seine Fachkunde nachweisen – das ist gesetzlich geregelt und dient dem Gesundheitsschutz der Trainierenden.
Appell an den gesunden Menschenverstand: EMS-Training erzeugt starke Muskelkontraktionen im gesamten Körper. Eine so intensive Trainingsform gehört in geschulte Hände und unter direkte Aufsicht – nicht ins Wohnzimmer. Nur so bleibt sie sicher, effektiv und verantwortungsvoll.
Wer darf EMS-Training durchführen?
- Zertifizierte EMS-Trainer mit nachgewiesener NiSV-Fachkunde
- Physiotherapeuten (Fachkunde über Berufsbild abgedeckt)
Sicherheitsvorgaben für jedes EMS-Training
- Maximaler Betreuungsschlüssel 2:1
- Mindestens 5 Tage Pause zwischen zwei Trainingseinheiten
- Vor Trainingsbeginn: ärztliche Freigabe bei gesundheitlichen Einschränkungen
Fazit
Nur wer die Fachkunde EMF-Stimulation nach NiSV besitzt, darf EMS-Training professionell anleiten. Diese Qualifikation geht weit über klassische Trainerlizenzen hinaus und garantiert, dass Kunden sicher, effektiv und verantwortungsvoll trainieren. Finger weg von Heimtrainingssystemen – sie sind kein Ersatz für geschulte Hände und gesetzlich geregelte Fachkompetenz.
