Der wissenschaftliche Grundstein für die Erforschung der Ganzkörper-Elektromyostimulation (WB-EMS) im Leistungssport wurde bereits 2008 gelegt. In einer vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISP) geförderten Studie untersuchten Prof. Dr. Joachim Mester und Dr. Heinz Kleinöder von der Deutschen Sporthochschule Köln erstmals systematisch die Wirkung elektrischer Muskelstimulation mit dem Trainingssystem von miha bodytec im Vergleich zu klassischen Krafttrainingsmethoden.
Das Ergebnis: EMS führte zu signifikanten Steigerungen in der Maximalkraft, der dynamischen Leistung und insbesondere in der Schnellkraft – also der Fähigkeit, Kraft in kürzester Zeit zu entfalten. Diese Schnellkraft bildet die Basis vieler sportartspezifischer Bewegungen: Sie beeinflusst die Schlägerkopfgeschwindigkeit im Golf oder Tennis, die Schusskraft im Eishockey und die Sprintschnelligkeit im Fußball.
Damit legten Mester und Kleinöder den Grundstein für die heutige sportwissenschaftliche Anerkennung von EMS als leistungssteigernde Trainingsform.
Aktuelle Studienlage
Die Pionierarbeit aus Köln wurde in den folgenden Jahren mehrfach bestätigt und weiterentwickelt. Forschergruppen um Wolfgang Kemmler, Michael Wirtz und Marcel Filipovic konnten in zahlreichen Studien zeigen, dass professionell angewendetes Ganzkörper-EMS zu deutlichen Verbesserungen der Muskelleistung, Schnellkraft und Kraftausdauer führt.
In Untersuchungen mit Leistungssportlern – etwa aus Fußball, Leichtathletik und Racketsportarten – wurden durch EMS-Training Zuwächse in Sprungkraft, Antritt und Explosivität nachgewiesen. Besonders interessant: Durch die gleichzeitige Aktivierung vieler Muskelgruppen verbessert sich auch die intra- und intermuskuläre Koordination, was sich positiv auf präzise Bewegungen und wiederholbare Schlag- oder Schussbewegungen auswirkt.
Zudem belegen neuere Studien, dass EMS-Training eine höhere neuronale Rekrutierung bewirkt – also eine effektivere Ansteuerung der Muskulatur durch das zentrale Nervensystem. Das führt zu einer optimierten Kraftübertragung, wie sie bei schnellen Rotationsbewegungen oder beim Schlag im Golf oder Tennis entscheidend ist.
Praxisrelevanz und Anwendung
Im modernen Leistungssport wird EMS heute gezielt eingesetzt – etwa in der Saisonvorbereitung, in Regenerationsphasen oder zur Leistungsstabilisierung bei hohen Belastungen. Es ersetzt kein klassisches Athletiktraining, ergänzt es jedoch ideal, um gezielt Kraftdefizite auszugleichen, die Schnellkraft zu erhöhen und die Bewegungsqualität zu verbessern.
Wichtig: EMS-Training darf nur unter professioneller Betreuung erfolgen – idealerweise mit einem Betreuungsschlüssel von maximal 2:1. Nur geschulte Trainer können Intensität und Dauer individuell anpassen und damit die Sicherheit sowie Effektivität des Trainings gewährleisten. Ein Heimtraining ist dagegen ungeeignet und kann gesundheitliche Risiken bergen.
Die „geheime“ Trainingsmethode der Profis
Im Hintergrund vieler Spitzenleistungen steckt längst auch Ganzkörper-EMS. Zahlreiche Leistungssportler und Profivereine nutzen die Methode, ohne sie öffentlich zu kommunizieren – als Teil ihres individuellen Athletikprogramms oder zur Regeneration zwischen intensiven Wettkampfphasen.
Nur wenige Spitzensportler, wie etwa Usain Bolt, haben ihr EMS-Training öffentlich erwähnt. Für viele andere bleibt es eine „geheime Kraftquelle“, die diskret in das Trainingssystem integriert ist. Kein Zufall: EMS gilt als ein Tool, das gezielt Muskelgruppen anspricht, die im regulären Training schwer erreichbar sind – ein entscheidender Vorteil, wenn es um die letzten Prozent Leistungssteigerung geht.
Fazit
EMS-Training steigert nachweislich die sportliche Leistungsfähigkeit. Seit der ersten systematischen Untersuchung von Mester & Kleinöder (2008) ist belegt, dass elektrische Muskelstimulation Kraft, Schnellkraft und Dynamik verbessern kann – besonders in Kombination mit klassischem Athletiktraining.
Ob in Golf, Tennis oder Eishockey, wo Schnellkraft und Präzision entscheidend sind, oder in Fußball, Leichtathletik und vielen weiteren Sportarten – EMS bietet eine wissenschaftlich belegte, sichere und effektive Methode zur Leistungssteigerung.
Wer EMS professionell trainiert, profitiert von einer Technologie, die im Spitzensport längst angekommen ist – und auch ambitionierten Freizeitsportlern hilft, ihre maximale Leistung abrufbar zu machen.
