Ab etwa dem 50. Lebensjahr verliert der Mensch jedes Jahr ein Stück Muskelkraft – im Schnitt 1 bis 2 % Muskelmasse und bis zu 5 % Kraft. Das macht sich im Alltag schnell bemerkbar: Treppensteigen fällt schwerer, das Gleichgewicht lässt nach, Stürze werden wahrscheinlicher. Ganzkörper-EMS-Training kann helfen, diesen Prozess gezielt zu verlangsamen – sicher, effektiv und wissenschaftlich belegt. Es gilt heute als eine der effektivsten Methoden im sogenannten Longevity-Training – also zur Förderung von Gesundheit, Vitalität und einem längeren aktiven Leben
Wissenschaft aus Deutschland: Forschung der FAU Erlangen seit 2008
Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) forscht bereits seit 2008 intensiv zur Wirkung von EMS-Training auf Gesundheit, Muskelerhalt und Lebensqualität. Das Team um Prof. Dr. Wolfgang Kemmler gilt weltweit als führend in diesem Bereich. Ihre Forschung liefert wichtige Erkenntnisse zur Rolle von Ganzkörper-EMS im Bereich Longevity und gesundes Altern – mit dem Ziel, Muskelkraft, Mobilität und Lebensqualität auch im hohen Alter zu erhalten.
Was Studien belegen
- Mehr Kraft und Muskulatur: In mehreren Studien (z. B. FORMOsA und TEST) nahmen Muskelmasse und -kraft deutlich zu – wichtige Voraussetzungen für mehr Stabilität und Selbstständigkeit.
- Bessere Beweglichkeit und Balance: Teilnehmer konnten sich schneller und sicherer bewegen; das Risiko für Stürze sank.
- Weniger Körperfett: Besonders im Bauchbereich reduzierte sich die Fettmasse – ein Plus für Herz, Kreislauf und Stoffwechsel.
- Hohe Sicherheit: Bei richtiger Anwendung und professioneller Begleitung traten keine relevanten Nebenwirkungen auf.
Warum EMS im Alter besonders geeignet ist
Viele ältere Menschen können oder möchten kein intensives Krafttraining mit Gewichten durchführen. EMS-Training bietet hier eine gelenkschonende Alternative. Es aktiviert auch tieferliegende Muskelschichten, die im normalen Training kaum erreicht werden. So kann schon eine 20-minütige Einheit pro Woche helfen, spürbar stärker und beweglicher zu bleiben.
Wie EMS im Körper wirkt
Beim EMS-Training werden sanfte elektrische Impulse über Elektroden direkt an die Muskulatur geleitet. Dadurch werden auch die sogenannten schnellen Muskelfasern aktiviert, die im Alter besonders schnell abgebaut werden. Das regt den Muskelaufbau an, verbessert die Durchblutung und unterstützt die Regeneration – ganz ohne hohe Gelenkbelastung.
Sicherheit hat oberste Priorität
- Professionelle Betreuung: EMS darf nur unter Aufsicht geschulter Trainer*innen mit maximal 2:1-Betreuung stattfinden. EMS ist nicht für zuhause geeignet.
- Trainingsrhythmus: Zwischen zwei Einheiten sollten mindestens fünf Tage Pause liegen.
- Ärztliche Freigabe: Bei gesundheitlichen Einschränkungen ist vor Trainingsbeginn eine ärztliche Abklärung erforderlich.
Wichtige Hinweise
Absolute Kontraindikationen: Herzschrittmacher oder andere elektrische Implantate, unbehandelter Bluthochdruck, akute Infekte, Schwangerschaft, frische Operationen.
Relative Kontraindikationen: Gelenkprothesen älter als 6 Monate, bestimmte Herz- oder Rückenbeschwerden – Training nur nach ärztlicher Zustimmung.
So läuft eine gute EMS-Einheit ab
- Kurzcheck und Gesundheitsanamnese, um Risiken auszuschließen.
- Individuelle Einstellung der Stromimpulse für jede Muskelgruppe.
- Durchführung einfacher Ganzkörperübungen.
- Laufende Betreuung und Anpassung durch die Trainerin oder den Trainer.
- Regeneration: mindestens fünf Tage Pause bis zur nächsten Einheit.
Fazit
EMS-Training ist eine wissenschaftlich geprüfte, sichere und effiziente Methode, um den altersbedingten Muskelabbau zu stoppen oder umzukehren. >In Verbindung mit professioneller Begleitung wird es zu einem zentralen Bestandteil moderner Longevity-Konzepte – für mehr Kraft, Vitalität und Lebensfreude bis ins hohe Alter.
