Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen die Sicherheit und Verträglichkeit von Ganzkörper-EMS (WB-EMS), sofern das Training nach anerkannten Standards und unter professioneller Aufsicht erfolgt.
Eine umfassende systematische Übersichtsarbeit (Kemmler et al., 2025) untersuchte 58 Studien und fand keine schwerwiegenden Nebenwirkungen, sondern lediglich vereinzelt geringfügige Laborwertveränderungen ohne klinische Relevanz. Die Teilnahme- und Zufriedenheitsraten waren sehr hoch – ein Hinweis auf die gute Verträglichkeit und Attraktivität der Methode.
Auch bei älteren oder gesundheitlich eingeschränkten Menschen zeigte sich EMS als sicher und effektiv, wenn die Belastung moderat gesteigert wird und das Training unter Aufsicht stattfindet.
Internationale Leitlinie für sicheres EMS-Training
Die internationale Leitlinie für sicheres EMS-Training (Kemmler et al., 2023) betont klare Rahmenbedingungen:
- Nur geschulte EMS-Trainer dürfen EMS-Anwendungen durchführen.
- Es gilt ein Betreuungsschlüssel von maximal 2:1.
- Zwischen zwei Einheiten müssen mindestens 5 Tage Pause liegen, um die Muskulatur zu regenerieren.
- Eine Anamnese mit ärztlicher Freigabe ist Pflicht, wenn gesundheitliche Risiken bestehen.
- Absolute Kontraindikationen (z. B. Herzschrittmacher, Schwangerschaft, akute Infekte oder unbehandelter Bluthochdruck) schließen ein Training aus.
- Relative Kontraindikationen (z. B. Implantate älter als 6 Monate, leichte kardiovaskuläre Beschwerden) erfordern eine ärztliche Rücksprache.
Wichtig:
EMS-Training ist nicht für Zuhause geeignet. Professionelle Geräte (Medizinprodukte), qualifizierte Betreuung und medizinische Vorsorge sind zwingend erforderlich, um die Sicherheit zu gewährleisten.
