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EMS vs. TENS – Wo liegen die Unterschiede?


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calendar_month3.2.2026

EMS (Elektromyostimulation) und TENS (Transkutane elektrische Nervenstimulation) nutzen beide elektrische Impulse über die Haut. Der entscheidende Unterschied: EMS zielt auf Muskeln, TENS auf Nerven. Hier erklären wir laienverständlich Anwendung, Technik, Sicherheit und für wen welche Methode sinnvoll ist.

Was ist EMS?

EMS aktiviert gezielt die Muskulatur. Beim Ganzkörper-EMS werden mit einer Weste und Manschetten mehrere Muskelgruppen gleichzeitig stimuliert. Die Intensität wird so gewählt, dass es zu spür- und sichtbaren Muskelkontraktionen kommt. Ziel ist Training und – je nach Indikation – auch Therapie, z. B. zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur bei Rückenbeschwerden.

Was ist TENS?

TENS wird lokal an Schmerzstellen angewendet (kleine Elektroden). Die sanften Impulse reizen vor allem Nervenfasern in der Haut, wodurch Schmerzsignale überlagert bzw. gehemmt werden. Es entsteht keine echte Muskelkontraktion. TENS dient ausschließlich der Schmerzlinderung – ein Trainingseffekt ist nicht beabsichtigt.

Technische Unterschiede im Überblick

  • Zielstruktur: EMS stimuliert motorische Nerven/Muskeln (Kontraktion); TENS stimuliert sensible Nerven (Schmerzhemmung).
  • Anwendung: EMS häufig als Ganzkörpertraining mit Weste; TENS lokal an der betroffenen Stelle.
  • Impuls-Charakter: EMS-Impulse werden so dosiert, dass sie Kontraktionen auslösen; TENS-Impulse bleiben darunter und fühlen sich meist wie ein Kribbeln an.
  • Ziel: EMS = Training & (je nach Indikation) Therapie; TENS = Schmerztherapie.

Sicherheit, Kontraindikationen & Vorgaben

Beide Verfahren gelten bei sachgemäßer Anwendung als sicher. Für EMS gelten jedoch strikte Rahmenbedingungen:

  • EMS ist nicht für zuhause geeignet.
  • Professionelle Betreuung ist Pflicht (maximaler Betreuungsschlüssel 2:1).
  • Mindestabstand zwischen Einheiten: 5 Tage zur Regeneration.
  • Ärztliche Freigabe für alle medizinischen Fragen und bei Vorerkrankungen.

Kontraindikationen nach DIN 33961-5 (Auszug):

  • Absolute Kontraindikationen (Training grundsätzlich ausgeschlossen): z. B. elektrische Implantate (Herzschrittmacher/Defi), unbehandelter Bluthochdruck, akute Infekte/Erkrankungen, Fieber, frische Operationen/Verletzungen, Schwangerschaft.
  • Relative Kontraindikationen (nur eingeschränkt bzw. nach ärztlicher Abklärung): z. B. ungeklärte akute Rückenschmerzen, Implantate älter als 6 Monate, bestimmte Herz-/Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen, Hautreizungen im Elektrodenbereich.

Wichtig: Eine sorgfältige Anamnese im Studio entscheidet über die Eignung. Bei TENS erfolgt die Anwendung in der Regel ärztlich verordnet oder physiotherapeutisch begleitet – stets lokal und symptomorientiert.

Für wen eignet sich was?

  • EMS: Für Personen, die unter Anleitung gezielt Muskeln aufbauen, den Rumpf stabilisieren oder die allgemeine Fitness verbessern möchten – auch bei wenig Zeit. Bei Beschwerden nur mit ärztlicher Freigabe.
  • TENS: Für Menschen mit akuten oder chronischen Schmerzen (z. B. Rücken, Gelenke, Nerven), wenn der Fokus auf Schmerzlinderung liegt – ohne Trainingsziel.

Fazit

Beide Methoden nutzen Strom, verfolgen aber unterschiedliche Ziele: EMS kontrahiert Muskeln und eignet sich als Ganzkörper-Training (und je nach Indikation als ergänzende Therapie) – strikt im Studio mit professioneller Betreuung und Sicherheitsabständen. TENS wirkt lokal auf Nerven und dient der Schmerztherapie ohne Trainingseffekt.


Autor(en):

EMS-Training Redaktion

EMS-Training Redaktion

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