EMS-Training ist eine eigenständige, hochintensive Trainingsmethode. Studien zeigen, dass es in nur 20 Minuten pro Woche vergleichbare Ergebnisse wie mehrere Stunden klassisches Krafttraining erzielt – mit deutlich weniger Zeitaufwand.
Klassisches Krafttraining im Studio nutzt Hanteln, Maschinen oder Körpergewichtsübungen. EMS (Elektromyostimulation) geht einen anderen Weg: Elektrische Impulse aktivieren die Muskulatur direkt, sodass bis zu 90 % der gesamten Muskeln gleichzeitig arbeiten – inklusive schwer erreichbarer Tiefenmuskeln. Dadurch wird ein sehr intensiver Ganzkörperreiz gesetzt, der in dieser Form mit Gewichten kaum erreichbar ist.
Vergleichbare Effekte, weniger Zeitaufwand
In einer Vergleichsstudie der Universität Erlangen-Nürnberg (2016) wurde EMS direkt mit einem sehr intensiven Krafttraining im Studio verglichen. Ergebnis: Beide Gruppen erzielten signifikante Verbesserungen bei Muskelmasse und Kraft. Die Zuwächse waren nahezu identisch – allerdings benötigten die EMS-Teilnehmer nur 20 Minuten Training pro Woche, während die Vergleichsgruppe deutlich mehr Zeit investieren musste.
Für wen eignet sich EMS besonders?
- Menschen mit Zeitmangel, die nicht mehrmals wöchentlich trainieren möchten.
- Personen mit Rückenproblemen oder Gelenkbeschwerden, da EMS ohne schwere Gewichte auskommt.
- Einsteiger und ältere Menschen, die von der individuell dosierbaren Intensität profitieren.
- Menschen mit Übergewicht oder Stoffwechselproblemen – hier konnten in Studien deutliche Verbesserungen nachgewiesen werden.
Vorteile gegenüber klassischem Training
- Zeiteffizienz: 20 Minuten/Woche ersetzen mehrere Stunden Krafttraining.
- Ganzkörperaktivierung: Alle Hauptmuskelgruppen und auch Tiefenmuskeln werden gleichzeitig trainiert.
- Gelenkschonend: Keine Zusatzlasten notwendig, daher geringere Belastung für Sehnen und Bänder.
- Individuelle Anpassung: Intensität wird exakt gesteuert und laufend überwacht.
Sicherheitsaspekte
Gerade weil EMS so intensiv wirkt, muss das Training professionell betreut werden. Unkontrollierte Anwendungen können zu übermäßiger Muskelbelastung führen. Deshalb gilt:
- Maximal 1–2 Einheiten pro Woche, mit mindestens 5 Tagen Pause.
- Immer unter Aufsicht (max. Betreuungsschlüssel 2:1).
- Nicht für zuhause geeignet.
- Kontraindikationen beachten:
Absolute Ausschlüsse sind u. a. Herzschrittmacher, Schwangerschaft, akute Erkrankungen, unbehandelter Bluthochdruck.
Relative Einschränkungen (z. B. akute Rückenschmerzen ohne Diagnose, Implantate älter als 6 Monate) erfordern ärztliche Freigabe.
Fazit
EMS ist kein Zusatz, sondern eine eigenständige Trainingsform. Wer maximale Effizienz sucht, findet hier eine sichere, wissenschaftlich belegte Alternative zum klassischen Krafttraining. Für den normalen Fitness- und Gesundheitsbereich ist EMS genauso wirksam – teils sogar überlegen –, da es mit deutlich weniger Zeitaufwand auskommt.
