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EMS-Training & Medikamente – Was ist zu beachten?


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calendar_month19.1.2026

Immer mehr Menschen entdecken das EMS-Training (Elektro-Muskel-Stimulation) als effektive Methode, um Muskulatur aufzubauen, Fett zu reduzieren und die allgemeine Fitness zu verbessern. Doch was gilt, wenn man regelmäßig Medikamente einnimmt? Die Antwort ist klar: Vor dem Training ist immer eine ärztliche Rücksprache erforderlich. Denn einige Arzneimittel können die körperliche Belastbarkeit oder die Reaktion des Körpers auf die elektrischen Impulse beeinflussen – ähnlich wie bei anderen intensiven Sportarten.

Warum Medikamente beim EMS-Training eine Rolle spielen

EMS ist ein hochintensives Ganzkörpertraining. In nur 20 Minuten werden nahezu alle großen Muskelgruppen gleichzeitig aktiviert – deutlich stärker als bei konventionellem Krafttraining. Diese intensive Beanspruchung verändert Kreislauf, Stoffwechsel und Nervenaktivität. Wer Medikamente einnimmt, sollte wissen, dass diese Systeme durch bestimmte Wirkstoffe beeinflusst werden können. Was für intensive sportliche Aktivität gilt, gilt auch für EMS – nur in konzentrierterer Form.

Medikamentengruppen und ihre Bedeutung für das Training

1. Herz-Kreislauf-Medikamente

Beispiele: Betablocker, Antiarrhythmika, Blutdrucksenker.

Diese Präparate regulieren Herzfrequenz und Blutdruck. Beim EMS-Training kann es durch die hohe Muskelaktivität zu einer verstärkten Kreislaufbelastung kommen. Unter Betablockern bleibt die Herzfrequenz künstlich gedämpft – das subjektive Belastungsempfinden kann täuschen. Deshalb sollte die Trainingsintensität stets durch erfahrene Trainer und ggf. per ärztlicher Kontrolle angepasst werden.

2. Antidiabetika (Blutzuckersenkende Medikamente)

Beispiele: Metformin, Insulin, SGLT-2-Hemmer.

Durch die intensive Muskelarbeit beim EMS kann der Blutzucker stark absinken. Wer Antidiabetika oder Insulin verwendet, sollte vor und nach dem Training den Blutzucker kontrollieren. In Abstimmung mit dem Arzt kann eine Anpassung der Dosis notwendig sein. Wichtig: Niemals ohne medizinische Freigabe trainieren.

3. Kortisonhaltige Medikamente

Beispiele: Prednisolon, Dexamethason, Hydrocortison.

Langfristige Einnahme kann zu Muskelschwäche und erhöhter Verletzungsanfälligkeit führen. Beim EMS-Training muss die Intensität reduziert und die Belastung schrittweise gesteigert werden. Regelmäßige Pausen und eine gute Regeneration sind hier besonders wichtig.

4. Psychopharmaka (Antidepressiva, Neuroleptika, Schlafmittel)

Diese Medikamente können die Reizweiterleitung im Nervensystem beeinflussen. Beim EMS-Training – das ebenfalls auf Nervenimpulsen basiert – kann es dadurch zu veränderten Muskelreaktionen oder Kreislaufreaktionen kommen. Eine enge Abstimmung zwischen Arzt und Trainer ist hier unerlässlich.

5. Schmerzmittel und Entzündungshemmer

Beispiele: Ibuprofen, Diclofenac, Paracetamol.

Diese Präparate dämpfen Schmerzempfinden und Entzündungszeichen. Dadurch können Warnsignale des Körpers überdeckt werden – eine gefährliche Situation bei zu hoher Belastung. Wer regelmäßig Schmerzmittel einnimmt, sollte besonders auf die Trainingssteuerung achten.

Absolute und relative Kontraindikationen 

Gemäß der geltenden Norm DIN 33961-5 ist EMS-Training bei bestimmten Erkrankungen untersagt oder nur eingeschränkt möglich:

  • Absolute Kontraindikationen: Elektrische Implantate (z. B. Herzschrittmacher), akute Erkrankungen oder Infektionen, unbehandelter Bluthochdruck, Schwangerschaft, frische Operationen oder offene Wunden.
  • Relative Kontraindikationen: Chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Herzinsuffizienz, orthopädische Beschwerden, Implantate älter als 6 Monate, Einnahme von Medikamenten, die Kreislauf oder Nervensystem beeinflussen.

Professionelle Betreuung ist Pflicht

EMS-Training ist nicht für zuhause geeignet. Um die Sicherheit zu gewährleisten, ist ein maximaler Betreuungsschlüssel von 2:1 vorgeschrieben. Zwischen zwei Trainingseinheiten müssen mindestens fünf Tage Pause liegen, um Überlastungen zu vermeiden.

Fazit

EMS-Training kann trotz Medikamenteneinnahme sicher und effektiv sein – vorausgesetzt, es erfolgt unter professioneller Aufsicht und nach ärztlicher Freigabe. Wer Medikamente einnimmt, sollte den Trainer immer informieren und das Training individuell anpassen lassen. So bleibt das Training sicher, wirksam und gesundheitlich unbedenklich.


Autor(en):

EMS-Training Redaktion

EMS-Training Redaktion

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