In den meisten Fällen ist EMS-Training auch mit einer Spirale sicher – vorausgesetzt, sie wurde vor mindestens 6 Wochen eingesetzt, es bestehen keine Schmerzen oder Entzündungen, und das Training erfolgt unter professioneller Aufsicht.
Was passiert beim EMS-Training?
Beim Elektro-Muskel-Stimulationstraining (EMS) werden elektrische Impulse über Elektroden an die Muskulatur weitergegeben. Diese Impulse regen gezielte Muskelkontraktionen an – ähnlich wie im klassischen Krafttraining. Die Stimulation wirkt oberflächlich und beeinflusst weder die Gebärmutter noch die Spirale.
Wie verhält sich die Spirale beim Training?
Eine Spirale sitzt fest im Uterus und besteht aus Materialien, die für EMS-Strom ungefährlich sind. Sie wird durch die Stimulation nicht bewegt oder beeinträchtigt. Damit unterscheidet sich EMS nicht von anderen Sportarten wie Pilates oder Bauchmuskeltraining, bei denen der Beckenboden ebenfalls aktiv ist.
Wann ist Vorsicht geboten?
Wie bei allen sportlichen Aktivitäten, die den Rumpf- und Beckenbereich beanspruchen, sollte auch beim EMS-Training mit Spirale eine kurze Erholungsphase eingehalten werden. Starte das Training erst, wenn der Körper nach dem Einsetzen der Spirale vollständig regeneriert ist – in der Regel nach etwa 6 Wochen.
In den ersten Wochen kann das Gewebe im Uterus empfindlich reagieren. Intensive Muskelkontraktionen, egal ob durch Krafttraining oder elektrische Stimulation, können dann ein Druckgefühl verursachen.
Nach dieser Heilungsphase ist das Training in der Regel unbedenklich, solange:
- die Spirale korrekt sitzt und ärztlich kontrolliert wurde,
- keine Schmerzen, Entzündungen oder Blutungen bestehen,
- das Training professionell angeleitet und individuell angepasst wird,
- die Elektroden im Beckenbereich bei Bedarf reduziert oder deaktiviert werden.
Diese Hinweise entsprechen den allgemeinen sportmedizinischen Empfehlungen, die auch für Bauchmuskeltraining oder Pilates nach dem Einsetzen einer Spirale gelten.
Was sagt die Wissenschaft?
Studien zeigen, dass EMS-Training bei fachgerechter Anwendung keine negativen Auswirkungen auf Implantate oder innere Organe hat. Die internationale Leitlinie empfiehlt bei allen Implantaten eine ärztliche Abklärung im Vorfeld – das gilt auch für Spiralen.
Sicher trainieren in der Praxis
- Nur unter professioneller Aufsicht trainieren (max. Betreuung 2:1)
- Mindestens 5 Tage Pause zwischen zwei Einheiten
- Kein EMS-Training zuhause
Fazit
EMS-Training mit Spirale ist in der Regel sicher, wenn es professionell angeleitet und die empfohlene Wartezeit von 6 Wochen nach dem Einsetzen eingehalten wird. Eine ärztliche Kontrolle des Sitzes und ein individuell abgestimmtes Training sorgen für maximale Sicherheit.
