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EMS-Training und künstliche Gelenke – eine sichere Kombination bei richtiger Anwendung


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calendar_month19.1.2026

Ein künstliches Hüft-, Knie- oder Schultergelenk bedeutet heute nicht mehr das Ende aktiver Bewegung. Im Gegenteil: Mit einem professionell angeleiteten EMS-Training (Elektro-Muskel-Stimulation) können Menschen mit Prothesen oder Implantaten gezielt Kraft, Stabilität und Beweglichkeit zurückgewinnen – ohne das Gelenk zu belasten.

Die sanfte elektrische Muskelstimulation aktiviert gleichzeitig bis zu 90 % der gesamten Muskulatur, auch tiefliegende Fasern, die mit herkömmlichem Training schwer erreichbar sind. Das macht EMS besonders attraktiv für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit oder nach operativen Eingriffen.

Unschädlich für die Prothesen – wertvoll für den Menschen

Viele Träger von Gelenkprothesen fragen sich, ob EMS-Impulse die Implantate beeinträchtigen können. Die Antwort lautet: Nein, bei sachgerechter Anwendung besteht keine Gefahr für die Prothesen. Die verwendeten Ströme sind niederfrequent und wirken ausschließlich auf die Muskulatur, nicht auf metallische oder keramische Implantate.

Studien, u. a. aus der Universität Erlangen-Nürnberg (Kemmler et al., 2023), zeigen, dass EMS-Training keine negativen Effekte auf Endoprothesen hat. Im Gegenteil: Der gleichmäßige Muskelaufbau entlastet das Gelenk, stabilisiert umliegende Strukturen und verbessert die Bewegungsökonomie. Das senkt das Risiko für Fehlbelastungen und trägt zu einer längeren Haltbarkeit der Prothese bei.

Effizient auch bei körperlichen Einschränkungen

Menschen mit Bewegungseinschränkungen – etwa durch Arthrose, Muskelschwäche oder nach Reha – profitieren besonders von EMS. Das Training erfordert nur minimale Gelenkbewegung, erzeugt aber einen hohen Trainingsreiz. Schon 20 Minuten pro Woche genügen, um spürbare Fortschritte in Muskelkraft, Durchblutung und Körperstabilität zu erzielen.

In einer Studie an älteren Menschen (Bloeckl et al., 2022) zeigte sich, dass EMS selbst bei gebrechlichen Senioren sicher, wirksam und gut verträglich ist. Der Trainer passt Intensität und Impulse individuell an – von sanfter Aktivierung bis zu gezieltem Muskelaufbau.

Ganzkörper-Ansatz für nachhaltige Stabilität

Während herkömmliche Rehaübungen oft einzelne Muskelgruppen ansprechen, arbeitet EMS mit einem ganzheitlichen Ansatz. Durch die simultane Aktivierung nahezu aller Hauptmuskelgruppen entsteht ein koordiniertes Zusammenspiel von Rumpf-, Bein- und Haltemuskulatur.

  • Verbesserung der Körperhaltung
  • Mehr Bewegungssicherheit im Alltag
  • Erhöhte Stabilität und Balance

So kann EMS helfen, Stürzen vorzubeugen und das Vertrauen in den eigenen Körper zurückzugewinnen – ein wichtiger Faktor für Lebensqualität und Selbstständigkeit.

Auch sinnvoll vor Operationen

Weniger bekannt, aber wissenschaftlich gut begründet: Ein gezieltes EMS-Training vor einem geplanten Gelenkersatz kann den Heilungsprozess danach deutlich verkürzen. Wer bereits vor der OP über eine kräftige Muskulatur verfügt, erholt sich schneller und nachhaltiger. EMS baut gelenkschonend Kraftreserven auf, ohne die geschädigte Struktur zu belasten.

Eine präoperative EMS-Vorbereitung kann helfen:

  • Muskelschwund zu vermeiden
  • das Herz-Kreislauf-System zu stärken
  • und die Rehabilitationszeit deutlich zu verkürzen

Wichtige Voraussetzungen und Sicherheit

  • Ärztliche Freigabe: Vor Trainingsbeginn ist eine medizinische Abklärung erforderlich.
  • Professionelle Betreuung: Maximaler Betreuungsschlüssel 2:1.
  • Trainingsfrequenz: Mindestens 5 Tage Pause zwischen zwei Einheiten.
  • Absolut kontraindiziert: Herzschrittmacher, elektrische Implantate, akute Entzündungen, Wundheilungsstörungen.
  • Relativ unbedenklich: Metall- oder Gelenkimplantate älter als 6 Monate (nach ärztlicher Freigabe).

Diese Vorgaben entsprechen der DIN 33961 – Teil 5 und den internationalen EMS-Leitlinien (Kemmler et al., 2023).

Fazit

Ein professionell begleitetes EMS-Training ist unschädlich für Prothesen, aber hochwirksam für den Menschen. Es stärkt Muskulatur, Haltung und Stabilität – und das bei minimaler Belastung für Gelenke und Implantate.

Gerade für Menschen mit Bewegungseinschränkungen, nach Operationen oder vor geplanten Eingriffen ist EMS eine wertvolle Möglichkeit, aktiv, mobil und selbstbestimmt zu bleiben.

 


Autor(en):

EMS-Training Redaktion

EMS-Training Redaktion

Die EMS-Training Redaktion verantwortet die redaktionellen Inhalte der Informationsplattform EMS-Training.
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