Mit zunehmendem Alter verliert der Körper Muskelkraft und Beweglichkeit. Alltagstätigkeiten wie Treppensteigen, Einkaufen oder Aufstehen fallen schwerer. EMS-Training hilft, diesen Prozess zu stoppen oder sogar umzukehren. Durch elektrische Impulse werden große und tiefe Muskelgruppen gleichzeitig aktiviert – gelenkschonend, effektiv und zeitsparend. Bereits 20 Minuten pro Woche genügen, um Kraft und Mobilität spürbar zu steigern.
Welche Vorteile hat EMS-Training für ältere Menschen?
- Mehr Kraft im Alltag: Bessere Stabilität beim Gehen, Treppensteigen und Aufstehen.
- Weniger Schmerzen: Studien zeigen, dass EMS Rückenschmerzen und Muskelverspannungen deutlich reduzieren kann.
- Bessere Haltung: Stärkung der Rumpf- und Haltemuskulatur sorgt für aufrechteres Gehen.
- Gelenkschonend trainieren: Ideal bei Arthrose oder eingeschränkter Beweglichkeit.
- Zeiteffizient: Nur 20 Minuten pro Woche genügen – perfekt auch für Einsteiger.
Was sagen wissenschaftliche Studien?
Mehrere Forschungsgruppen – darunter die Universität Erlangen-Nürnberg – bestätigen, dass EMS-Training auch im hohen Alter sicher und wirksam ist:
- In einer Studie mit über 80-jährigen Teilnehmenden verbesserten sich Kraft, Balance und Gehfähigkeit deutlich
- Eine große Übersichtsarbeit zeigte, dass EMS die Muskelmasse erhöht, Fett reduziert und die Leistungsfähigkeit verbessert – auch bei Senioren mit Vorerkrankungen
- Die Internationale EMS-Leitlinie (2023) empfiehlt WB-EMS ausdrücklich für ältere Menschen, wenn das Training von geschultem Fachpersonal durchgeführt und individuell angepasst wird
Besondere Vorsichtsmaßnahmen im Alter
Damit EMS sicher bleibt, sollten folgende Punkte beachtet werden:
- Ärztliche Freigabe: Vor Trainingsbeginn ist eine kurze ärztliche Untersuchung sinnvoll – vor allem bei Herzproblemen, Bluthochdruck oder Implantaten.
- Professionelle Betreuung: EMS darf nicht zuhause durchgeführt werden. Nur zertifizierte Trainer mit Fachkunde dürfen das Training leiten (Betreuungsschlüssel max. 2:1).
- Langsame Steigerung: Die Stromintensität wird Schritt für Schritt erhöht, um Muskeln und Kreislauf nicht zu überfordern.
- Ausreichende Pausen: Zwischen zwei Einheiten müssen mindestens fünf Tage Pause liegen, damit sich der Körper vollständig erholen kann.
- Individuelle Anpassung: Übungen werden an die persönliche Leistungsfähigkeit und eventuelle Einschränkungen angepasst.
Kontraindikationen
Bei bestimmten Erkrankungen darf kein EMS-Training durchgeführt werden. Dazu gehören Herzschrittmacher, akute Infektionen, unbehandelter Bluthochdruck oder frische Operationen. In anderen Fällen – etwa bei Gelenkersatz, Osteoporose oder kontrolliertem Bluthochdruck – kann EMS nach ärztlicher Rücksprache durchgeführt werden.
Fazit
EMS im Alter kann sicher, angenehm und äußerst effektiv sein. Es stärkt die Muskulatur, verbessert das Gleichgewicht, reduziert Schmerzen und sorgt für mehr Lebensqualität. Voraussetzung ist eine ärztliche Freigabe, professionelle Betreuung und genug Erholungszeit zwischen den Trainings. So wird EMS-Training zur idealen Trainingsform für alle, die auch im Alter aktiv und selbstständig bleiben möchten.
