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EMS-Training bei Arthrose - kann es helfen?


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calendar_month19.1.2026

Kurz gesagt: Ja, EMS-Training kann bei Arthrose unterstützen, indem es die Muskulatur rund um die betroffenen Gelenke stärkt, Stabilität erhöht und Schmerzen reduziert – vorausgesetzt, es wird fachkundig angeleitet und individuell dosiert.

Warum ist EMS gerade bei Arthrose sinnvoll?

Arthrose führt häufig zu Schmerzen, Schonhaltungen und Muskelabbau. EMS (Ganzkörper-EMS) setzt niederfrequente Impulse ein, die während einfacher Übungen die Muskulatur intensiver aktivieren – bei geringer Gelenkbelastung. Dadurch lassen sich Kraft, Koordination und Alltagssicherheit verbessern, was das Gelenk entlastet. In einer randomisierten Studie mit Übergewichtigen mit Kniearthrose verbesserte WB-EMS die Körperzusammensetzung und funktionelle Parameter deutlich, ohne die Gelenke zu überlasten (Burkhardt et al., 2025).

Welche Effekte sind realistisch?

  • Mehr Stabilität & Kraft: Kräftigere Oberschenkel- und Glutealmuskulatur entlastet Knie und Hüfte. Positive Effekte auf Funktion wurden auch bei älteren und gebrechlichen Menschen gezeigt.
  • Weniger Schmerzen: In Schmerzkollektiven wurden signifikante Reduktionen der Schmerzintensität und Zuwächse der Rumpfkraft beobachtet (vergleichbar mit konventionellem Training).
  • Günstige Körperzusammensetzung: Studien berichten Fettmassenreduktion und Erhalt/Aufbau fettfreier Masse – relevant bei Arthrose und Übergewicht.

Ist EMS bei Arthrose sicher?

Ja, bei fachgerechter Anwendung. Die internationale Leitlinie empfiehlt ein strukturiertes Vorgehen mit Eingangs-Anamnese, konservativer Einstiegsdosierung und klaren Regenerationsfenstern. Systematische Auswertungen zeigen eine hohe Trainingsakzeptanz und keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse in nicht-athletischen Kollektiven.

Wie oft und wie lange trainieren?

  • Frequenz: 1x/Woche (20–25 Minuten) reicht für messbare Effekte.
  • Pause: Zwischen den Einheiten mindestens 5 Tage Regeneration – verbindlich.
  • Betreuung: Maximal 2:1 (zwei Kund:innen pro Trainer:in), damit Intensität und Technik permanent überwacht werden.

Diese Eckpunkte sind Standard in Leitlinien und Studienprotokollen zu WB-EMS.

Wer profitiert besonders?

Menschen mit Knie- oder Hüftarthrose, die konventionelles Krafttraining nur eingeschränkt tolerieren, ältere Personen und Patient:innen mit Übergewicht– hier kann die Kombination aus gelenkschonender Aktivierung und Effizienz den Einstieg erleichtern. Subanalysen zeigen zudem günstige Effekte bei Teilnehmenden mit Metabolischem Syndrom.

Kontraindikationen nach DIN 33961-5 (Auswahl)

Absolute Kontraindikationen – Training ist ausgeschlossen:

  • Elektrische Implantate (z. B. Herzschrittmacher/Defibrillator), aktive Infekte/Entzündungen, frische Operationen, unbehandelter schwerer Bluthochdruck, Schwangerschaft.

Relative Kontraindikationen – nur nach ärztlicher Freigabe/Anpassung:

  • Unklare akute Schmerzen (z. B. plötzliche Rückenschmerzen ohne Diagnose), kardiovaskuläre Erkrankungen in Behandlung, Gelenkimplantate älter als 6 Monate, höheres Lebensalter mit Gebrechlichkeit.

Eine professionelle Anamnese ist obligatorisch; offene Fragen werden medizinisch abgeklärt.

Wichtige Sicherheitsregeln (immer!)

  • Kein Heimtraining: EMS ist nicht für zu Hause geeignet.
  • Fachkunde: Nur mit zertifizierter Trainer:in (NiSV-Fachkunde EMF-Stimulation) trainieren.
  • Max. 2:1-Betreuung und ≥ 5 Tage Pause einhalten.
  • Dosierung: Einstieg moderat, Intensität progressiv und symptomgeleitet, CK-Risikomanagement nach Leitlinie.

Fazit 

Bei Arthrose ist EMS-Training eine gelenkschonende, effiziente und gut belegte Ergänzung zur Therapie: mehr Kraft, bessere Funktion, oft weniger Schmerzen – sofern sie professionell umgesetzt wird.


Autor(en):

EMS-Training Redaktion

EMS-Training Redaktion

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